Schwein: (Frl.) Kessy (von) "Schwein"

Geboren bin ich wahrscheinlich 1993, so genau kann mein Herrchen (Euer Tierarzt) das heute nicht mehr feststellen. Meine Mutter war eine supersüße kleine Promenadenhündin, meinen Vater hab ich nie kennengelernt. Wenn ich mich im Spiegel betrachte, muss er aber etwas Edles gewesen sein.
Kurz nach meinem ersten Geburtstag haben mich meine damaligen Besitzer ins Tierheim gebracht, kann wohl sein, dass ich mich mit ihren Kindern nicht verstanden habe, war trotzdem ganz schön traurig und langweilig, so ganz alleine in einem Käfig zu sitzen. Hat zum Glück nicht lange gedauert und ein nettes älteres Ehepaar, Willi und Sophie, haben mich zu sich in den Wedding geholt. Man war das ein Leben, ich bekam alles zu fressen, was ich mir nur vorstellen konnte, durfte im Bett schlafen, und wurde nie allein gelassen, weil ich sonst ziemlich laut gebellt habe. Damals habe ich auch mein späteres Herrchen kennengelernt, oder besser gesagt ich hab einmal im Jahr versucht ihn zu beißen, wenn er zur Impfung zu uns kam. An seine Kinder konnte ich mich anfangs auch nicht recht gewöhnen, wenn sie manchmal zum Kaffee kamen, die waren ja ganz süß, aber irgendwie wollten die sich auch nicht beißen lassen.
Im Jahr 2000 ist dann Willi gestorben, war ziemlich traurig, und eigentlich wollte mich Sophie auch gar nicht behalten, wenn Herrchen ihr nicht gut zugeredet hätte.
So wurde aus "Willis Hund" dann "Sophies Hund" und eigentlich wär alles prima gewesen, wenn sie nicht so doll krank geworden wäre. Sie mußte dann ins Krankenhaus und ich zu ihrer Freundin, war ganz o.K. aber irgendwie doch nicht das Richtige.
Dann kam ich zu Herrchen, und der sagte mir, daß Sophie gestorben ist, und daß er schon einen guten Platz für mich finden werde.
Irgendwie wollte aber keiner einen kleinen dicken Hund, der ständig bellte und versuchte Kinder zu beißen. Nur der doofe Neffe von Sophie wollte mich, aber da ist Herrchen dann bockig geworden und hat gesagt:" Der Hund ist bei uns und wird es auch bleiben, fertig!". Man war der Neffe sauer, hat Herrchen sogar mit der Polizei gedroht, das stört mein Herrchen aber grad gar nicht, und so bin ich halt bei Ladwigs geblieben zusammen mit Riker, einer Beaglehündin und Mimi und Lulu, den beiden Katzen.
Die Familie hat mir dann erst einmal eine Diät verordnet, ich mußte joggen gehen, durfte die Kinder nicht beißen, und hab aus lauter Ärger 6 Wochen jeden morgen 5 Stunden gebellt. Danach hab ich dann begriffen, so geht es nicht weiter. Herrchen hat eingesehen, daß es besser ist mich mit in die Praxis zu nehmen, und so gehe ich nun jeden Tag dorthin und paß auf, daß alles läuft. Die Kinder mag ich zwar immer noch nicht, manchmal sind sie aber ganz praktisch, und dafür dürfen sie mich auch mal auf den Arm nehmen.
So das wärs erstmal.
Wir sehen uns Euer Schwein
